Vortrag

Der "Kleine Krieg" in der Frühen Neuzeit
Dr. Frank Wernitz

13.11.2019, 18:00 Uhr

Neues Schloss

 

Überfall auf einen Wagenzug, Gemälde von Anton Hofmann (1863-1938), Inv. Nr. 1159-2002 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Gert Schmidbauer)Schlachten und Belagerungen waren nur einzelne Ereignisse in der langen Zeit, über die sich Feldzüge hinzogen. Der Alltag des Krieges bestand aus Märschen und Feldlagern, und der Beschaffung von allem, was die gefräßigen Heere brauchten.
In der frühneuzeitlichen Mangelgesellschaft stellte die Erhaltung der Armee das größte Problem dar. Heere konnten sich nur da aufhalten, wo Lebensmittel und Futter zur Verfügung standen.So waren die Truppen ständig unterwegs, um sich selbst zu ernähren oder dem Gegner die Versorgung zu erschweren. Dafür wurden zunehmend leichte Truppen eingesetzt: Husaren und sogenannte Freikorps oder „Partisanen“ schwärmten durch das Land. Sie überfielen feindliche Nachschubtransporte, um sie zu erbeuten oder zu zerstören.
Unter diesem „Kleinen Krieg“ litt die Zivilbevölkerung am meisten; sie wurde beraubt, ausgeplündert und terrorisiert. Dabei machte es kaum einen Unterschied, ob es die Soldaten des eigenen Landesherrn, die des Feindes oder Banden von „Marodeuren“ waren, die sich selbständig gemacht hatten und so vom Krieg lebten.

Im Anschluss an den Vortrag führt der Referent durch die neue Dauerausstellung.

Dr. Frank Wernitz ist Kurator am Bayerischen Armeemuseum und schrieb seine Doktorarbeit über die preußischen Freitruppen im Siebenjährigen Krieg 1756 – 1763, die genau in dieser Form des Krieges zum Einsatz kamen. Er betreut als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Sammlungsbereiche Orden und Ehrenzeichen, Grafik und Dokumente.