Vortrag

Bilder der Schlacht. Feldherrnruhm, Gewalt und Ordnung in Gemälden der Frühen Neuzeit
Daniel Hohrath, M.A.

19.02.2020, 18:00 Uhr

Neues Schloss

 

Ausschnitt aus Schlacht von Höchstädt, Gemälde von Jan van Huchtenburgh, kurz nach 1704, Öl auf Leinwand, Inv.-Nr. 0496-1971 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Gert Schmidbauer)Bilder prägen unsere Vorstellung der Vergangenheit. Im Museum sind Gemälde und Stiche ein wichtiges Hilfsmittel, um die ausgestellten originalen Gegenstände, wie Waffen, Werkzeuge oder Rüstungen, im „Gebrauch“ durch die Menschen der jeweiligen Epoche zu zeigen. Darüber hinaus dienen sie zur Illustration historischer Ereignisse: Ob das wilde Geschehen einer Schlacht oder die grausamen Vorgänge bei der Plünderung eines Dorfes oder auch nur das eindrucksvolle Erscheinungsbild von Fürsten, Feldherren und Soldaten – es sind vor allem die Bilder, die im Gedächtnis bleiben und die Phantasie der Betrachtenden anregen. Leicht kann vergessen werden, dass Bilder niemals einfach „Realität“ wiedergeben. Bilder sind immer „gemacht“, also Fiktion: sie zeigen, was Künstler sahen, was sie sich aber vielleicht auch nur vorstellten oder einfach im Sinne ihrer Auftraggeber darstellen sollten. Diese in den Gemälden zum Bild gewordene Sicht war beeinflusst von der gesamten Kultur und Mentalität der Zeit, in der ein Bild entstand. Sie ist für uns heute fremdartig; manchmal offensichtlich schwer verständlich, manchmal aber auch scheinbar vertraut.
Der Vortrag erläutert an einigen Beispielen aus der Dauerausstellung „Formen des Krieges 1600 bis 1815“ und den Sammlungen des Bayerischen Armeemuseums, welche vielfältigen Informationen historischen Bildern zu entnehmen sind, wo ihnen nicht zu glauben ist und was erforderlich ist, um sie in kritischer Distanz zu entschlüsseln.

Daniel Hohrath M. A. ist Militärhistoriker und Kurator am Bayerischen Armeemuseum. Er betreut als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Sammlungsbereiche Fahnen und Uniformen sowie die Bayerische Armeebibliothek