Objekt des Monats


Collane mit Ordenskreuz vom Haus-Ritterorden vom heiligen Hubertus, 1708 bis 1812), Inv. Nr. N 1329 © Bayerisches Armeemuseum

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Tschako für Hautboisten (Musiker) der bayerischen Landwehr
(Bayern, um 1834)

Tschako für Hautboisten (Musiker) der bayerischen Landwehr, um 1834, Inv.-Nr. B 6349 © Bayerisches ArmeemuseumDie Landwehr existierte im Königreich Bayern neben dem stehenden Heer. Entstanden war sie nach 1806 aus den Bürgerwehren, die in größeren und kleineren Städten sowohl in Altbayern als auch in vielen seit 1802 hinzugefügten Gebieten existiert hatten. Im neuen Königreich wurde sie nun als „Bürgermilitär“ neu organisiert. Im Herbst 1813 wurde sie unter dem Namen einer „Nationalgarde III. Klasse" als Teil der allgemeinen Landesbewaffnung gegen Napoleon eingerichtet.
Seit 1826 wurde sie als „Landwehr“ bezeichnet. Obwohl sie nominell alle militärpflichtigen Männer vom 20. bis zum 50. Lebensjahr umfassen sollte, war sie von der „Königlich Bayerischen Armee“ strikt getrennt. Sie unterstand im Wesentlichen dem Ministerium des Innern und war letztlich nur für polizeiliche Aufgaben innerhalb ihrer Bezirke vorgesehen.
Die Uniform der bayerischen Landwehr bestand aus einem schlichten langen blauen Rock, der an den bürgerlichen Gehrock erinnerte. Dazu wurde als Kopfbedeckung ein Tschako getragen; dieser war zwar bei den meisten Heeren der Zeit üblich, aber im bayerischen Heer nicht gebräuchlich. Damit unterschied die Landwehr sich auch äußerlich unübersehbar von der Armee.
Während Ausbildung und Dienstwilligkeit insgesamt offenbar recht mangelhaft gewesen zu sein scheinen, war die gesellschaftliche Bedeutung der Landwehr vor allem in den Städten hoch: Wohlhabende Bürger ließen sich stolz in ihrer Uniform als Offiziere der Landwehr porträtieren, und regelmäßige Wachaufzüge und Paraden gaben Gelegenheit, militärischen Pomp zu demonstrieren. Die Tradition der bayerischen Blasmusik basiert nicht zuletzt auf den Musikkorps der Landwehr.
So nimmt es nicht wunder, dass die Musiker der Landwehr, je nach den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinden, sehr prächtig ausstaffiert wurden. Dieser Tschako eines „Hautboisten“, also eines Militärmusikers, sticht schon durch die rote Farbe des Kopfteils heraus. Dazu ist er mit einem sehr kostspieligen reichen Behang und Tressen aus Silbergespinst versehen.
Das Objekt wurde dem Armeemuseum 1940 von einer Regimentskameradschaft geschenkt. Es befindet sich derzeit im Depot des Museums (Inv.-Nr. B 6349).