Objekt des Monats


Kissen gefertigt aus einer Trompetenfahne Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vermutlich 1613, Inv.-Nr. A 6161 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Das Reduit Tilly und der Turm Triva sind am 3.9.2022 leider geschlossen, das Neue Schloss öffnet von 18.00 bis 0:00 Uhr.
Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums öffnen am 4. September erst um 12 Uhr.

An den folgenden Tagen ändern sich wegen der Veranstaltung "Mut zum Hut" die Öffnungszeiten des Neuen Schlosses folgendermaßen:
22.09.2022: Ganztägig geschlossen
23.09.2022: 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr
24.09.2022: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
25.09.2022: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Buckler (Parierschild)
(vermutlich Italien, Ende 15. Jh.)

Buckler (Parierschild) ursprünglich aus Schloss Ambras (Tirol), Inv. Nr. A 8460 © Bayerisches ArmeemuseumBuckler (Parierschild, Rückseite) ursprünglich aus Schloss Ambras (Tirol), Inv. Nr. A 8460 © Bayerisches ArmeemuseumSchon seit Jahrtausenden benutzen die Menschen Schilde zur Verteidigung, aber auch in bestimmten Fällen zu Angriffszwecken. Eine besondere Form des Schildes ist der so genannte Buckler. Es handelt sich dabei um einen kleinen Schild mit einer Größe von maximal 40 cm, dessen Griff auf der Rückseite mittig angeordnet ist. Es gibt Buckler in den unterschiedlichsten Formen: Rund, rechteckig, trapezoid, gewölbt oder flach. Buckler wurden je nach Fechtart unterschiedlich genutzt: teilweise zur Deckung des Schwertarmes, teilweise, um den Gegner zu blockieren, teilweise als zusätzliche Schlagwaffe oder zur Verwirrung, indem man mit dem Buckler das Gesichtsfeld des Gegners einschränkte. Je nach Verwendung variieren auch Form und Größe dieser Schilde.

Dieser Buckler stammt ursprünglich aus Schloss Ambras in Tirol und kam während der bayerischen Besetzung Tirols in den napoleonischen Kriegen (1805 bis 1816) in bayerischen Besitz. Das außergewöhnlich schön gestaltete Stück selbst war wohl dazu gedacht, aus der Masse herauszustechen. Dafür spricht die aufwändige Gestaltung des durchbrochenen Sporns ebenso wie der Überzug aus gerade rotem Samt. Eine herzförmige Öse (das Gegenstück ist verloren) sowie zwei geschmiedete Blumen links und rechts unterstützen diese Annahme.

Das ovale Stück ist sowohl in der Längs- als auch in der Querachse konkav gewölbt, der Holzgriff und die Rückseite sind komplett mit dunklem Leder bezogen. Der Griff selbst ist sehr dick ausgefallen, so dass er sehr schwer zu handhaben gewesen sein dürfte. Ausgeklügelte Bewegungen waren sicher nicht möglich; insofern könnte man in diesem Schild eher eine Art Schlagring sehen. Die geringe Größe und die spitzenbesetzte Vorderseite stützen diese Annahme.

Der Buckler ist in der Schatzkammer des Bayerischen Armeemuseums ausgestellt und wird von Tobias Schönauer ausführlich im Katalog „Plattenrock, Buckler und Conquistador. Aus der Schatzkammer des Bayerischen Armeemuseums“ vorgestellt (Inv. Nr. A 8460).