Objekt des Monats


Collane mit Ordenskreuz vom Haus-Ritterorden vom heiligen Hubertus, 1708 bis 1812), Inv. Nr. N 1329 © Bayerisches Armeemuseum

Derzeit gilt für den Eintritt ins Museum die 3G-Regel
Nähere Informationen finden Sie hier.

Wegen einer Katastrophenschutzübung kann es am 23. Oktober 2021 im Umfeld
unserer Häuser zu Behinderungen bei der Zufahrt kommen. Die Museen können jedoch normal besucht werden!

Hakenbüchse
(Süddeutsch /Steiermark?, Ende 15. Jahrhundert)

 

Hakenbüchse vom Markt Schrobenhausen, Ende 15. Jahrhundert, Inv.-Nr. A 172 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)Hakenbüchsen gehören zu den ältesten Feuerwaffen des Bayerischen Armeemuseums. 1904 gelangte dieses Büchse mit zwei weiteren ähnlichen Stücken vom Markt Schrobenhausen durch einen Tauschvorgang in die Sammlung, da die Kolbenform für das Museum von großem Interesse war. Der Lauf dieser Hakenbüchse besitzt noch keine Schwanzschraube und keine Zündpfanne, was zusammen mit der relativ groben Endbearbeitung der Laufaußenfläche für eine Datierung in die beiden letzten Jahrzehnte des 15. Jahrhunderts spricht.

Der Begriff Hakenbüchse rührt vom angeschmiedeten Haken her, mit dem die Waffe an einer Mauer oder in ein so genanntes Prellholz eingehängt wurde, um den erheblichen Rückstoß beim Abfeuern abzufeuern. Es ist denkbar, dass dieses Stück ursprünglich einen einfachen, mechanischen Zündmechanismus hatte, der heute verloren ist. Damit konnte der Schütze den Schuss selbst auslösen, ansonsten wäre ein so genannter Zündassistent nötig gewesen, der z.B. mit einer brennenden Lunte die Waffe zündete.

Der Schaft dieses Exemplars ist am hinteren Ende stark verkürzt. Zusammen mit einer Länge von nur 108 cm war die Waffe damit gut geeignet, in engen Aktionsräumen wie gedeckten Wehrgängen oder ähnlichem zu handeln. Der kurze Kolben ermöglichte zudem so genannte Depressionsschüsse, also das steile „Nach-unten-Schießen“, um tote Winkel z.B. an Mauern zu verkürzen.

Im Kammerbereich, direkt unterhalb des Zündloches, klafft heute ein waagrechter Riss. Dies wird als Kammersprengung bezeichnet und kam nicht selten vor. Derartige, für den Bediener nicht selten tödlichen Sprengungen hatten normalerweise drei Ursachen: Materialschwäche (Lunker oder Schmiede-/Schweißfehler), eine (unbeabsichtigte) Mehrfachladung oder eine beabsichtigte oder auch eine unbeabsichtigte Ladung mit Leerraum. Dies führt zu einer erheblichen Steigerung des Kammerdruckes.

Diese Hakenbüchse ist in der Schatzkammer des Bayerischen Armeemuseums ausgestellt und wird von Alfred Geibig ausführlich im Katalog „Plattenrock, Buckler und Conquistador. Aus der Schatzkammer des Bayerischen Armeemuseums“ vorgestellt (Inv.-Nr. A 172).