Objekt des Monats


Kissen gefertigt aus einer Trompetenfahne Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vermutlich 1613, Inv.-Nr. A 6161 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Das Reduit Tilly und der Turm Triva sind am 3.9.2022 leider geschlossen, das Neue Schloss öffnet von 18.00 bis 0:00 Uhr.
Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums öffnen am 4. September erst um 12 Uhr.

An den folgenden Tagen ändern sich wegen der Veranstaltung "Mut zum Hut" die Öffnungszeiten des Neuen Schlosses folgendermaßen:
22.09.2022: Ganztägig geschlossen
23.09.2022: 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr
24.09.2022: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
25.09.2022: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Feldflasche mit Trageriemen von Andreas Hofer
(Tirol?, undatiert)

Feldflasche mit Tragriemen von Andreas Hofer, Inv. Nr. B 68 © Bayerisches ArmeemuseumFeldflaschen gehörten zur Standardausrüstung von Soldaten. Das hier gezeigte Exemplar wird, ausweislich eines Zugangsbuchs, das einen heute nicht mehr auffindbaren Beleg nennt, im Bayerischen Armeemuseum als Feldflasche von Andreas Hofer geführt. Die Flasche ist größer als die üblichen Feldflaschen, sie hat zwei Ausgießer. Es könnte sich um ein Beutestück handeln, das
ein bayerischer Soldat in den Kämpfen des Jahres 1809 mitgenommen hat. Nach der Erschießung Andreas Hofers am 20. Februar 1810 in Mantua setzte bald der Erinnerungskult um den Freiheitshelden ein. So wurde sein Bild in größeren Mengen in Augsburg hergestellt und von fahrenden Händlern verbreitet. Hofer wurde mehr und mehr zum Freiheitskämpfer stilisiert, häufig in Zusammenhang mit Ferdinand von Schill, der 1809 in Norddeutschland versucht hatte, eine allgemeine Erhebung gegen Napoleon auszulösen. Hofer wurde so zum Märtyrer im Kampf um die Befreiung der Deutschen von Napoleon. Vielleicht erhielt die Flasche auch in diesem Zusammenhang erst die Zuschreibung an Andreas Hofer.
Einer, der unmittelbar mit dem Ende Andreas Hofers in Zusammenhang stand und die letzten Jahre seines Lebens in München und Reichertshofen bei Ingolstadt verbrachte, war Franz Raffl, der das Versteck Hofers auf der Pfandler Alm an die französischen Soldaten verraten hatte. Weil er sich in Tirol nicht mehr halten konnte, erhielt Raffl Unterstützung vom bayerischen Staat. 1830 starb er in Reichertshofen. Vielleicht hat Raffl, als er die Soldaten in Hofers Versteck führte, die Feldflasche als Trophäe an sich genommen und seine Nachkommen veranlassten eine Übereignung
an das Bayerische Armeemuseum.

Die Flasche ist in der Bayerischen Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ (30. April bis 31. Oktober 2015) im Neuen Schloss in Ingolstadt zu sehen (Inv. Nr. B 68).