Objekt des Monats


Kissen gefertigt aus einer Trompetenfahne Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vermutlich 1613, Inv.-Nr. A 6161 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Das Reduit Tilly und der Turm Triva sind am 3.9.2022 leider geschlossen, das Neue Schloss öffnet von 18.00 bis 0:00 Uhr.
Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums öffnen am 4. September erst um 12 Uhr.

An den folgenden Tagen ändern sich wegen der Veranstaltung "Mut zum Hut" die Öffnungszeiten des Neuen Schlosses folgendermaßen:
22.09.2022: Ganztägig geschlossen
23.09.2022: 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr
24.09.2022: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
25.09.2022: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Fotografie eines Unterleutnants des 15. Infanterie-Regiments
(Bayern 1866)

Theodor Clarman von Clarenau diente 1866 als Unterleutnant im 15. Infanterie-Regiment und fiel im Gefecht von Zella am 4. Juli 1866. Inv. Nr. PSlg.498 © Bayerisches ArmeemuseumIn den 1860er Jahren erlebte die Fotografie eine erste große Blütezeit. 1864 bestanden allein in München nicht weniger als 84 gewerbliche „Photo-Ateliers“. Auch wenn der Konkurrenzkampf dafür sorgte, dass diese Zahl stark zurückging und erst nach 1890 wieder übertroffen wurde, zeigt sie, welche Nachfrage gerade damals nach der neuen Technik bestand.
Es war erstmals auch für Normalverdiener aus den bürgerlichen Schichten möglich, Bilder von sich anfertigen zu lassen, auf diese Weise ihr individuelles „Selbstbild“ zu reproduzieren und als eine Art von Visitenkarte zu verteilen. Eine gesellschaftliche Gruppe, die in dieser Zeit fotografisch sehr gut dokumentiert ist, waren die Offiziere der Armee.
Die Bilder zeigen diese Männer, wie sie sich zeigen wollten und wie es die technischen Grenzen der Studiofotografie erlaubten. Auffällig ist die zumeist betont lässige, „coole“ und selbstbewusste Haltung, die sie einnehmen, was bei den langen Belichtungszeiten gar nicht so einfach war. Absichtlich offen gelassene Knöpfe und zerknautschte Mützen sollen bei vielen der Herren eine gewisse Distanz zur militärischen Disziplin signalisieren.
Altersunterschiede bei gleichem Rang, betonte Eleganz der einen und „Understatement“ der anderen spiegeln die Heterogenität des bayerischen Offizierskorps.
Der Vergleich dieses Männlichkeitsbildes um 1865 mit der durchweg strammen Haltung und korrekten Uniform von Offizieren auf Fotos um 1900 zeigt den Kulturwandel, der hier stattgefunden haben muss.
Heute existieren noch viele tausende von Portraitaufnahmen bayerischer Offiziere in den Sammlungen des Bayerischen Armeemuseums in Ingolstadt und des Kriegsarchivs in München.

Die hier gezeigte Fotografie zeigt Theodor Clarman von Clarenau, der im Krieg von 1866 als Unterleutnant im 15. Infanterie-Regiment diente. Er fiel im Gefecht von Zella am 4. Juli 1866.
Diese und andere Original-Fotografien sind in der Ausstellung „Nord gegen Süd. Der Deutsche Krieg 1866“ im Neuen Schloss zu sehen (Inv. Nr. PSlg.498).