Objekt des Monats


Kissen gefertigt aus einer Trompetenfahne Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vermutlich 1613, Inv.-Nr. A 6161 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Das Reduit Tilly und der Turm Triva sind am 3.9.2022 leider geschlossen, das Neue Schloss öffnet von 18.00 bis 0:00 Uhr.
Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums öffnen am 4. September erst um 12 Uhr.

An den folgenden Tagen ändern sich wegen der Veranstaltung "Mut zum Hut" die Öffnungszeiten des Neuen Schlosses folgendermaßen:
22.09.2022: Ganztägig geschlossen
23.09.2022: 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr
24.09.2022: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
25.09.2022: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Bierkrug
(Bayern, um 1886)

Bierkrug (Bayern, um 1866), Inv.-Nr. 0354-1989 © Bayerisches Armeemuseum

Bierkrug (Bayern, um 1866), Inv.-Nr. 0354-1989 © Bayerisches ArmeemuseumIn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vor allem aber während der Kaiserzeit kam es bei Andenken an die Militärzeit, so genannten Reservistica, zu einer besonderen Blüte. Daneben dienten Bierkrüge jedoch auch dazu, sich an besondere Ereignisse oder historische Persönlichkeiten zu erinnern.

Bis 1886 prägte der Raupenhelm das Bild der bayerischen Armee wesentlich. Er war so erfolgreich, dass er sogar ins Ausland exportiert wurde. Manche deutsche Länder, wie Württemberg, Sachsen oder Hannover, übernahmen zeitweise diese Form. Nach dem für Bayern verlorenen Krieg von 1866 und der Gründung des Kaiserreichs  1871 wurde die auch „Kaskett“ genannte Kopfbedeckung jedoch durch die preußische Pickelhaube ersetzt.

Auf diesen Umbruch in der Ausrüstung der bayerischen Armee nimmt der Krug Bezug. Er zeigt zwei Münchner Kindl, von denen das linke das bayerische Kaskett, das rechte bereits die Pickelhaube trägt. Das Kind mit dem Raupenhelm hält ein Taschentuch in der Hand und weint, wohingegen das andere salutiert. Im Hintergrund sind die Ruhmeshalle mit der Bavaria in München zu sehen. Spruchbänder unter der Darstellung tragen den Text:

Die Raupe geht und nimmer kehrt sie wieder.

Dazwischen ist ein bayerischer Rautenschild zu sehen.

Das Stück spiegelt die patriotische Stimmung dieser Zeit gut wieder, die durchaus zwiespältig war, denn die Darstellung suggeriert auf der einen Seite das Bedauern über das verlorene Alte, auf der anderen einen eher optimistischen Blick in die Zukunft, denn das Taschentuch steckt noch im Gürtel, das Kindl jedoch salutiert mit einem Lächeln im Gesicht.

Das Stück ist nicht in der Dauerausstellung zu sehen, sondern befindet sich im Depot (Inv. Nr. 354-1989).