Objekt des Monats


Kissen gefertigt aus einer Trompetenfahne Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vermutlich 1613, Inv.-Nr. A 6161 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Das Reduit Tilly und der Turm Triva sind am 3.9.2022 leider geschlossen, das Neue Schloss öffnet von 18.00 bis 0:00 Uhr.
Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums öffnen am 4. September erst um 12 Uhr.

An den folgenden Tagen ändern sich wegen der Veranstaltung "Mut zum Hut" die Öffnungszeiten des Neuen Schlosses folgendermaßen:
22.09.2022: Ganztägig geschlossen
23.09.2022: 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr
24.09.2022: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
25.09.2022: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

„Dolchartiges Messer“
sog. Grabendolch
(Deutsches Reich, 1914-1918)

Grabendolch sog. Dolchartiges Messer, Deutsches Reich 1914-1918 © Bayerisches ArmeemuseumDer Erste Weltkrieg brachte eine überraschende Renaissance des Nahkampfes mit sich. Die Schützengräben der beiden Seiten waren an vielen Stellen ganz nahe aneinander gerückt. Kleinen Trupps entschlossener Soldaten bot das die Chance, diese Distanzen überfallartig zu überwinden. Die bevorzugte Tageszeit für solche Greifkommandos und ähnliche Stoßtrupps, damals meist als „Patrouillen“ bezeichnet, war die Nacht. Sie behinderte den Verteidiger im Gebrauch seiner Abwehrmittel, vor allem der Schusswaffen. Deren Einsatz konnte aber auch überhaupt unerwünscht sein, weil er im Getümmel des Nahkampfes auch die eigenen Leute gefährdete oder der alarmierende Knall der Schüsse vermieden werden sollte. Mit aufgepflanztem Seitengewehr (Bajonett) waren manche Gewehre fast zwei Meter lang und damit ziemlich unhandlich. Deshalb verteilte man an die Truppen primitive physische Nahkampfmittel wie Schlagkeulen und Dolche. Die deutsche Armee bezeichnete sie offiziell als „dolchartige Messer“. Heute würde man von Kampfmessern sprechen. Bei überfallartigem Gebrauch waren solche Waffen gewiss effektiv, doch war ihr Einsatz aufgrund der körperlichen Nähe des Opfers zweifellos mit einer höheren psychischen Hürde verbunden als der einer Schusswaffe.
Im Verlauf des Ersten Weltkrieges nahm die Zahl dieser Messer kontinuierlich zu. Diese Messer waren als Waffen konzipiert. Ihre Klinge war für das Zustechen eingerichtet und eignete sich nur wenig für den Gebrauch als Feldmesser.

Derartige Stücke sind in der Dauerausstellung des Museums des Ersten Weltkriegs im Reduit Tilly ausgestellt. Dieses Objekt (Inv.-Nr. H 16370) war in der Ausstellung „Fastnacht der Hölle. Die Sinne und der Erste Weltkrieg“ (04.04.2014 - 01.03.2015) im Haus der Geschichte Baden-Württembergs in Stuttgart zu sehen.