Objekt des Monats


Kissen gefertigt aus einer Trompetenfahne Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vermutlich 1613, Inv.-Nr. A 6161 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Das Reduit Tilly und der Turm Triva sind am 3.9.2022 leider geschlossen, das Neue Schloss öffnet von 18.00 bis 0:00 Uhr.
Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums öffnen am 4. September erst um 12 Uhr.

An den folgenden Tagen ändern sich wegen der Veranstaltung "Mut zum Hut" die Öffnungszeiten des Neuen Schlosses folgendermaßen:
22.09.2022: Ganztägig geschlossen
23.09.2022: 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr
24.09.2022: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
25.09.2022: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Rossstirn
(Bayern, um 1540)

Rossstirn, Bayern, um 1470, Inv.-Nr. A 5637 © Bayerisches ArmeemuseumSeit dem zweiten Jahrtausend vor Christus nutzte man im Krieg Pferde als Reittiere im Kampf. Die Optimierung dieser Kombination war seitdem ein stetes Bestreben. Mit dem Aufkommen der schwerbewaffneten und mit Harnischen geschützten Krieger, stieg die Notwendigkeit, auch das Reittier zu panzern. Ein Angriff von Reiterei konnte häufig dadurch zum Stillstand gebracht werden, dass man die Pferde kampfunfähig machte.
Diese Entwicklung machte aber die Züchtung sehr leistungsfähiger Reittiere nötig, die in der Lage waren, sowohl das Gewicht des gepanzerten Reiters als auch der eigenen Panzerung zu tragen. Gleichzeitig wurden diese Pferde aber auch über einen langen Zeitraum darauf trainiert, im Kampfgetümmel und im Schlachtenlärm die Kommandos – häufig nur mit den Schenkeln – ihres Reiters sofort zu befolgen. Das war auch ein Grund, weshalb diese Tiere so überaus wertvoll waren.

Das Aufkommen der Lanzen als Hauptangriffswaffe im 11. Jahrhundert, die unter den Arm geklemmt mit großer Wucht geführt werden konnten, machten den Schutz der besonders exponierten Extremitäten der Pferde nötig. Die frontale Panzerung schloss auch Scheitel, Stirn und Nasenbereich ein. Die so genannte Rossstirn schützte diese in Form von leichten Stirnplatten bis zu vollständig den Kopf bedeckenden Gebilden. Nicht alle Tiere trugen derartige Schutzausrüstungen, sie waren – wie auch die aufwändig gestalteten Harnische der Reiter – ein Statussymbol einer kleinen Elite.

Dieses Exemplar ist durch Korrosion stark beschädigt worden, wurde jedoch so restauriert, dass die fehlenden Teile gut zu erkennen sind.Viel Substanz ist vor allem im Bereich um die Nase und das linke Auge verloren gegangen. Schutzausrüstung für Pferde aus dem 15. Jahrhundert ist sehr selten. Leider kann nicht mehr festgestellt werden, ob auf dem Schild auf der Stirn einmal ein Wappenschild oder eine andere Art von Malerei zierte. Als man 1922 den Rost entfernte, gingen auch sämtliche eventuell noch vorhandenen Malreste verloren.

Die üblicherweise in der Dauerausstellung des Museums im Neuen Schloss gezeigte Rossstirn hat eine Länge von 60 cm und eine Breite von 15 cm (Inv.-Nr. A 5637) und war in der Ausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa“ (08.09.2013 - 02.03.2014) in Mannheim zu sehen. Sie soll wieder Eingang in die neue Dauerausstellung finden.