Objekt des Monats


Kissen gefertigt aus einer Trompetenfahne Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vermutlich 1613, Inv.-Nr. A 6161 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Das Reduit Tilly und der Turm Triva sind am 3.9.2022 leider geschlossen, das Neue Schloss öffnet von 18.00 bis 0:00 Uhr.
Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums öffnen am 4. September erst um 12 Uhr.

An den folgenden Tagen ändern sich wegen der Veranstaltung "Mut zum Hut" die Öffnungszeiten des Neuen Schlosses folgendermaßen:
22.09.2022: Ganztägig geschlossen
23.09.2022: 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr
24.09.2022: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
25.09.2022: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Exzentrische Sprenggranate
(Bayern, um 1865)

Exzentrische Sprenggranate, um 1860, Inv.-Nr. D 741 © Bayerisches ArmeemuseumBis zur Mitte des 19. Jahrhunderts besaßen Infanterie und Artillerie glattläufige Waffen, deren Präzision und Reichweite gering waren. Die Reichweite der Geschütze übertraf die der Gewehre allerdings um mehrere hundert Meter, und dieser Vorsprung war für die Macht der Artillerie entscheidend. Seit 1850 wurde die Infanterie mit Gewehren bewaffnet, die gezogene Läufe hatten. Die Gewehre konnten jetzt auch Ziele in größerer Entfernung erreichen. Dadurch verlor die Artillerie ihren Reichweitenvorteil.

Geschütze mit gezogenen Rohren sollten das frühere Verhältnis wiederherstellen, doch hatte der robuste, glattläufige Vorderlader noch viele Anhänger. Exzentrische Granaten, bei denen der Schwerpunkt aus der geometrischen Mitte gerückt war, bildeten einen kuriosen Versuch, seine Leistung zu steigern. Ein aufgemalter Pfeil zeigte die Schwerpunktlage der Granate an. Zwei Dorne am Setzkolben, die in entsprechende Öffnungen im Granatkörper passten, erlaubten es, die kugelförmigen Projektile gezielt mit dem Schwerpunkt oben oder unten zu laden. Die leichtere Hälfte gab dem Stoß der Pulvergase zuerst nach, wodurch das Geschoss in eine Drehbewegung um eine Achse quer zur Schußrichtung geriet. Dadurch sollte es auf seinem Flug wie ein Kreisel stabilisiert werden und die Treffgenauigkeit steigen. Die hochgesteckten Erwartungen erfüllten sich aber nicht annähernd. Unmittelbar nach dem Deutschen Krieg von 1866 verschwanden deshalb die glattläufigen Kanonen aus der Artilleriebewaffnung und wurden durch Modelle mit gezogenen Rohren ersetzt. Dadurch gewann die Artillerie ihre Überlegenheit gegenüber dem Infanteriegewehr zurück.

Das Geschütz zum Geschoss (Inv. Nr. D 741), der bayerische "kurze Feld-12Pfünder" (Inv. Nr. D 283), ist im Fahnensaal des Neuen Schlosses ausgestellt. Sein Rohr wurde 1861 in der Geschützgießerei Augsburg gegossen.

 

 

Schemazeichnung einer exzentrischen Sprenggranate, um 1860 (aus Sauers "Waffenlehre") © Bayerisches Armeemuseum

Schemazeichnung exzentrische Sprenggranate um 1860
(aus Sauers "Waffenlehre")