Objekt des Monats


Kissen gefertigt aus einer Trompetenfahne Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vermutlich 1613, Inv.-Nr. A 6161 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Das Reduit Tilly und der Turm Triva sind am 3.9.2022 leider geschlossen, das Neue Schloss öffnet von 18.00 bis 0:00 Uhr.
Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums öffnen am 4. September erst um 12 Uhr.

An den folgenden Tagen ändern sich wegen der Veranstaltung "Mut zum Hut" die Öffnungszeiten des Neuen Schlosses folgendermaßen:
22.09.2022: Ganztägig geschlossen
23.09.2022: 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr
24.09.2022: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
25.09.2022: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

6-pfündiges Kanonenrohr
Bronze
(Preußen, 1803)

6-pfündiges Kanonenrohr, Bronze (Preußen, 1803) © Bayerisches ArmeemuseumDas Kaliber von Kanonenrohren wurde in der Zeit der Vorderlader mit dem Gewicht der Eisenkugeln angegeben, die aus ihnen verschossen wurden. Bei einem 6-Pfünder entsprach das einer Rohrweite von ungefähr 9 cm. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren 6-pfündige Kanonen das zahlreichste Geschütz der Feldartillerie.
Als Preußen 1806 in den Krieg gegen Napoleon zog, verfügte die Armee über ca. 500 6-Pfünder. Bayern, mit Frankreich verbündet, musste sich an diesem Krieg beteiligen. Die bayerische Armee gelangte dabei nach Schlesien. Dort wurde dieses Geschützrohr am 19. März 1807 von Leutnant Friedrich von Hertling und seinen Soldaten vom Regiment Königs Chevaulegers in der Nähe der schlesischen Festung Glatz erbeutet.
Bei seiner Herstellung hatte das Rohr die in Preußen üblichen Verzierungen erhalten: „PRO GLORIA ET PATRIA“ (= für Gott und Vaterland) und „ULTIMA RATIO REGIS“ (= letztes Mittel des Königs), außerdem die Herrscherinitialen „FR“ (= Fridericus Rex).
Die neuen Besitzer versahen es mit den Initialen ihres Herrschers, der erst im Vorjahr die Königswürde angenommen hatte: „MJK“ (= Max Joseph König). Damit war das Rohr zugleich als staatliches Eigentum gekennzeichnet. Außerdem gab man ihm, wie in Bayern üblich, einen Namen, der in ein Schriftband unterhalb der Mündung eingraviert wurde: „GLATZ KÖNIG CHEVAUX LEGERS“. Diese Behandlung des Rohres legt die Vermutung nahe, dass es zunächst nicht als Trophäe bestimmt, sondern an seine Weiterverwendung gedacht war.
Hertling erhielt für seine Tat die höchste bayerische Militärauszeichnung, den 1806 gestifteten Militär-Max-Josephs-Orden. Im Feldzug von 1809 erwarb Hertling den französischen Orden der Ehrenlegion. Er gehörte zu den wenigen, die den Rußlandfeldzug überlebten. Hertling starb 1823 im 39. Lebensjahr.

Das Geschützrohr wurde in der Sonderausstellung „Wilder Napoleon!" (1.12.2013 - 23.03.2014) in den Museen der Stadt Lüdenscheid gezeigt (Inv.-Nr. B 165).

6-pfündiges Kanonenrohr, Bronze (Preußen, 1803) © Bayerisches Armeemuseum   6-pfündiges Kanonenrohr, Bronze (Preußen, 1803) © Bayerisches Armeemuseum