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Maschinenpistole 18/I
(Deutsches Reich, 1918)

Maschinenpistole 18/I, Deutsches Reich 1918, Inv. Nr. E 5285 © Bayerisches ArmeemuseumMaschinenpistolen sind vollautomatische Waffen, die Pistolenmunition verschießen. Pistolenpatronen sind erheblich schwächer geladen als Gewehrpatronen. Sie erlauben also eine leichtere Bauweise der für sie bestimmten Waffen sowie die Mitführung einer größeren Patronenzahl. Die Reichweite von Pistolenmunition bleibt erheblich hinter der von Gewehrpatronen zurück. Das ist aber kein Nachteil, weil Maschinenpistolen eben für den Einsatz auf geringen Distanzen bis etwa 100 m konzipiert werden. Heute dienen Maschinenpistolen vor allem zur Bewaffnung der Polizei.
Die deutsche MPi 18/I ist die erste Maschinenpistole überhaupt. Sie wurde speziell für die Bedürfnisse des Stellungskrieges mit seinen oft kurzen Gefechtsdistanzen entwickelt. Die Schützengräben lagen oft nur wenige Meter voneinander entfernt. Je geringer der Abstand, desto größer die Aussicht, den Verteidiger in raschem Anlauf zu überwältigen. Nicht jedes Grabenstück war durch Maschinengewehre gesichert. Dem unhandlichen Infanteriegewehr mit seiner verhältnismäßig niedrigen Schussfolge fehlte in der Sturmabwehr unter Umständen die Feuerkraft, um den zahlenmäßig meist überlegenen Angreifer aufzuhalten: Die Stellung war verloren, oft unter hohen Verlusten für den Verteidiger. Die Leistung von Pistolenmunition war für den Einsatz auf solch kurzen Entfernungen vollkommen ausreichend, um einen Gegner außer Gefecht zu setzen. Die Schussfolge der gewöhnlichen Dienstpistole war allerdings zu gering. Deshalb wurde für diesen Zweck eine vollautomatische Waffe konstruiert, die in der Lage war, einen Sturmangriff mit "Mähfeuer", wie man es nannte, abzuschlagen.
Die MPi 18/I war die erste deutsche Militärwaffe, bei deren Konstruktion die Bedürfnisse der Massenfertigung eine bestimmende Rolle spielten. 50.000 Stück davon wurden bestellt, etwa 35.000 bis Kriegsende feriggestellt. Die ersten Exemplare kamen im Sommer 1918 zum Einsatz, als der Krieg schon verloren war und weit mächtigere Waffen wie Tanks und Flugzeuge den Gang der Dinge bestimmten. Immerhin muss die MPi auf der Gegenseite einen starken Eindruck hinterlassen haben, denn den deutschen Streitkräften wurde nach dem Krieg der Besitz solcher Waffen verboten. Die Polizei dagegen durfte sie führen, hatten die Sieger doch ein Interesse daran, dass sich die deutsche Staatsmacht jedenfalls in ihrem eigenen Land gegen Umsturzversuche behaupten konnte.

Das Objekt ist in der Dauerausstellung des Museums des Ersten Weltkriegs im Reduit Tilly zu sehen (Inv. Nr. E 5285).


Objekt des Monats


Rückenplatte, dreiteilig, aus einer Hauptplatte und zwei Seitenplatten, süddeutsch?, frühes 16. Jahrhundert, Inv.-Nr. N 5324 © Bayerisches Armeemuseum

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