Objekt des Monats


Kissen gefertigt aus einer Trompetenfahne Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, vermutlich 1613, Inv.-Nr. A 6161 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Das Reduit Tilly und der Turm Triva sind am 3.9.2022 leider geschlossen, das Neue Schloss öffnet von 18.00 bis 0:00 Uhr.
Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums öffnen am 4. September erst um 12 Uhr.

An den folgenden Tagen ändern sich wegen der Veranstaltung "Mut zum Hut" die Öffnungszeiten des Neuen Schlosses folgendermaßen:
22.09.2022: Ganztägig geschlossen
23.09.2022: 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr
24.09.2022: 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
25.09.2022: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Rastende Infanterie
Eduard Thöny
(1914-1918)

Rastende Infanterie (1914-1918) von Eduard Thöny, nach 1914, Inv.-Nr. 0736-1979 © Bayerisches ArmeemuseumKrieg ist für jeden Soldaten vor allem eines: körperlich und seelisch ungeheuer anstrengend. 

•    Die ständige Anspannung, auch ohne den kreatürlichen Streß der unmittelbaren Lebensbedrohung in einem Gefecht,
•    das in der Regel sehr frühe Aufstehen nach einer (immer zu kurzen) Nachtruhe,
•    die oft unregelmäßige Verpflegung,
•    das Gefühl, inmitten einer ungewohnten und fremden, in diesem Fall noch dazu sehr unwirtlichen Gegend einem unentrinnbaren Schicksal ausgeliefert zu sein und
•    Fußmärsche der Infanteristen von 30, 40 oder gar 50 Kilometern am Tag  

zehren an den Kräften, gehen im Wortsinn an die Substanz eines Jeden. Die Folgen: man lernt, im Gehen zu „schlafen“, und wenn eine Rast befohlen wird, sinkt der Mann zu Boden, wo er gerade steht.

Eduard Thöny versteht es auf diesem Ölgemälde meisterhaft, all das in Szene zu setzen und dem Betrachter vor Augen zu führen.

Am Wegesrand liegen, als seien sie an Ort und Stelle umgefallen, schlafende Infanteristen; sie haben oft nicht einmal ihr Sturmgepäck abgelegt. Eine längere Pause ist offensichtlich nicht geplant, denn es gibt keine Anzeichen für das Errichten eines Biwaks. Die Menschen befinden sich in einer sehr hoch gelegenen Region mit einem rauen Klima, wahrscheinlich ist es der Balkan – Serbien womöglich? Die dünne Höhenluft verstärkt noch die Anforderungen an die physische Konstitution, man ist noch schneller erschöpft als im Flachland. Die rechts im Vordergrund stehenden Vorgesetzten, einer mit einem Schneetarnhemd bekleidet, „ruhen“ nicht. Für Verpflegung (links im Bild eine Feldküche [„Gulaschkanone“]) und weitere – auch  sanitätsdienstliche – Versorgung (ein Sanitätswagen in der Mitte, dazwischen einige Heeresfeldwagen) ist gesorgt.

Dieses Gemälde (Inv. Nr. 736-1979) wurde in der Ausstellung „Totentanz. Egger-Lienz und der Krieg“ (7. März bis 9. Juni 2014) in der Orangierie des Belvedere in Wien gezeigt.