GeschlossenGeschlossenDas Museum des Ersten Weltkriegs und
das Bayerische Polizeimuseum
müssen am 7. Juli 2022 wegen des Firmenlaufs leider bereits um 16 Uhr schließen.

Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Alle drei Häuser des Museums bleiben wegen einer Veranstaltung am 14. und 15. Juli 2022 geschlossen!
Am 16. Juli 2022 ist nur das Neue Schloss geöffnet!

Modell einer Protze vom System 1836 im Maßstab 1 : 6
(deutsch, um 1875)

Modell einer Protze vom System 1836 im Maßstab 1 : 6; Inv.-Nr. D 757 © Bayerisches ArmeemuseumModell einer Protze vom System 1836 im Maßstab 1 : 6; Inv.-Nr. D 757 © Bayerisches ArmeemuseumVor der Verbreitung des Verbrennungsmotors mussten Fahrzeuge von Tieren gezogen werden. Auch ein Feldgeschütz ist ein Fahrzeug. Man konnte es nicht unmittelbar an das Pferdegespann hängen, da sich die notwendigen Zugvorrichtungen – Deichsel, Bracken und Ortscheite – nicht am Geschütz selbst anbringen ließen. Deshalb wurde zwischen Geschütz und Gespann ein zweirädriges Fahrzeug zum Anspannen der Zugpferde eingeschaltet – die „Protze“.

Seit dem 18. Jahrhundert nutzte man dieses Gefährt zur Anbringung eines kleinen Behältnisses für Geschützzubehör, Werkzeug und Munition. Im Lauf des 19. Jahrhunderts gewannen diese „Protzkästen“ ihre klassische Gestalt. Sie wurden größer und erhielten Seiten-, später auch Rückenlehnen, so daß die Kanoniere aufsitzen konnten, wenn es eilte. Auf gewöhnlichen Märschen mussten sie zu Fuß gehen, um die Pferde zu schonen.

1836 wurde die bayerische Feldartillerie nach einem neuen „System“ eingerichtet. Das bedeutete keine Neuausrüstung, sondern den Umbau des vorhandenen Materials nach neuen Normen. Die Spurweite der Räder wurde vergrößert und die bisherigen hölzernen Achsen durch eiserne ersetzt.

Nicht nur Geschütze, sondern auch andere zweirädrig ausgeführte Feldfahrzeuge wie Feldschmieden oder Munitionsfahrzeuge benötigten Protzen, deren Inneneinteilung sich wie ein moderner Kleintransporter an verschiedene Bedürfnisse anpassen ließ.

Unser Modell wurde bei  der Ouvriers-Kompanie in München angefertigt. Das war eine militärische, aus Handwerkern bestehende Einheit (frz. ouvrier = Arbeiter), die für die Armee Fahrzeuge und Ausrüstungsstücke wie Sättel und Pferdegeschirr erzeugte.

Ein anderes Modell aus dieser Serie finden Sie hier.

Das Modell ist zur Zeit nicht ausgestellt und befindet sich im Depot des Bayerischen Armeemuseums (Inv. Nr. D 757).

Modell einer Protze vom System 1836 im Maßstab 1 : 6; Inv.-Nr. D 757 © Bayerisches Armeemuseum