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Der Besuch des Museums ist wieder ohne 3G-Auflagen möglich, wir empfehlen jedoch, im Museum weiterhin eine Maske zu tragen.
Im Reduit Tilly besteht aufgrund der räumlichen Enge des Gebäudes
weiterhin die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske.

Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums
öffnen am 11. Oktober 2022 erst um 10 Uhr.
Der Zinnfigurenturm ist wegen Baumaßnahmen derzeit leider geschlossen.

Modell eines Schiffsgeschützes, Kirchenstaat
(wohl Italien, um 1860, Maßstab 1 : 6)

Modell eines Schiffsgeschützes, Kirchenstaat, um 1860, Maßstab 1 : 6, Inv.-Nr. E 377 © Bayerisches ArmeemuseumModell eines Schiffsgeschützes (Detail mit Monogramm M II), Kirchenstaat, um 1860, Maßstab 1 : 6, Inv.-Nr. E 377 © Bayerisches ArmeemuseumIn der Modellsammlung des Armeemuseums befindet sich ein „päpstliches Marinegeschütz“ aus dem Jahr 1860. Das sorgfältig gearbeitete Modell stellt einen 18-Pfünder dar (entspricht beim Original einem Kaliber von 135 mm). Zwei Querbalken tragen eine niedrige Wandlafette, in die das Rohr eingelegt ist. Beim Schuss rutschen die Querbalken auf einem ansteigenden Gleitrahmen nach hinten. Zur Begrenzung des Rücklaufs kann durch eine Öse in der „Traube“ des Rohres ein Stoppseil gezogen werden, dessen Enden vorn an der Schiffswand zu befestigen wären.
Das Rohr zeigt auf der Oberseite das gravierte bayerische Königswappen, und beide Schildzapfen tragen das Monogramm des bayerischen Königs Maximilian II. (reg. 1848-1864): „M.II.“
Modell eines Schiffsgeschützes (Detail mit bayerischem Wappen), Kirchenstaat, um 1860, Maßstab 1 : 6, Inv.-Nr. E 377 © Bayerisches ArmeemuseumEine bayerische Vorlage für dieses Modell kann man ausschließen: Bayerische Rohre hatten andere Formen, und Bayern besaß keine Marine; der Kirchenstaat aber schon, wenn auch nur eine kleine. Warum aber kam das bayerische Wappen auf ein Geschütz des Papstes? Hier sind wir einstweilen auf Vermutungen angewiesen. Es war üblich, Bronzerohren individuelle Namen zu geben. Der Kirchenstaat sah sich von der italienischen Nationalbewegung in seiner Existenz bedroht, und er suchte nach internationaler Anlehnung. Bayern war im Deutschen Bund neben Österreich das Land mit der größten katholischen Bevölkerung. Wenn der Kirchenstaat ein Geschützrohr nach dem bayerischen König benannte, signalisierte er damit den Wunsch nach Unterstützung durch einen als katholisch wahrgenommenen Staat.
Das Modell dürfte also in Italien entstanden sein. Wahrscheinlich war es von vornherein als Geschenk für Maximilian bestimmt. Der Kirchenstaat wollte so sein politisches Anliegen ins Bewusstsein des bayerischen Hofes heben.

Das Modell befindet sich im Depot des Armeemuseums (Inv.-Nr. E 377).


Objekt des Monats


Truhe, sog. Kriegskasse, 17. Jahrhundert, Inv,-Nr. A 8393 © Bayerisches Armeemuseum