GeschlossenGeschlossenDas Museum des Ersten Weltkriegs und
das Bayerische Polizeimuseum
müssen am 7. Juli 2022 wegen des Firmenlaufs leider bereits um 16 Uhr schließen.

The visit of the museum is again possible without 3G requirements, but we recommend to continue wearing a mask in the museum.
In the Reduit Tilly, due to the confinement of the building, there is still an obligation to wear a medical mask.

All three houses of the museum will be closed for an event on 14 and 15 July 2022!
On 16 July 2022 only the New Castle will be open!

Rastende Infanterie
Eduard Thöny
(1914-1918)

Rastende Infanterie (1914-1918) von Eduard Thöny, nach 1914, Inv.-Nr. 0736-1979 © Bayerisches ArmeemuseumKrieg ist für jeden Soldaten vor allem eines: körperlich und seelisch ungeheuer anstrengend. 

•    Die ständige Anspannung, auch ohne den kreatürlichen Streß der unmittelbaren Lebensbedrohung in einem Gefecht,
•    das in der Regel sehr frühe Aufstehen nach einer (immer zu kurzen) Nachtruhe,
•    die oft unregelmäßige Verpflegung,
•    das Gefühl, inmitten einer ungewohnten und fremden, in diesem Fall noch dazu sehr unwirtlichen Gegend einem unentrinnbaren Schicksal ausgeliefert zu sein und
•    Fußmärsche der Infanteristen von 30, 40 oder gar 50 Kilometern am Tag  

zehren an den Kräften, gehen im Wortsinn an die Substanz eines Jeden. Die Folgen: man lernt, im Gehen zu „schlafen“, und wenn eine Rast befohlen wird, sinkt der Mann zu Boden, wo er gerade steht.

Eduard Thöny versteht es auf diesem Ölgemälde meisterhaft, all das in Szene zu setzen und dem Betrachter vor Augen zu führen.

Am Wegesrand liegen, als seien sie an Ort und Stelle umgefallen, schlafende Infanteristen; sie haben oft nicht einmal ihr Sturmgepäck abgelegt. Eine längere Pause ist offensichtlich nicht geplant, denn es gibt keine Anzeichen für das Errichten eines Biwaks. Die Menschen befinden sich in einer sehr hoch gelegenen Region mit einem rauen Klima, wahrscheinlich ist es der Balkan – Serbien womöglich? Die dünne Höhenluft verstärkt noch die Anforderungen an die physische Konstitution, man ist noch schneller erschöpft als im Flachland. Die rechts im Vordergrund stehenden Vorgesetzten, einer mit einem Schneetarnhemd bekleidet, „ruhen“ nicht. Für Verpflegung (links im Bild eine Feldküche [„Gulaschkanone“]) und weitere – auch  sanitätsdienstliche – Versorgung (ein Sanitätswagen in der Mitte, dazwischen einige Heeresfeldwagen) ist gesorgt.

Dieses Gemälde (Inv. Nr. 736-1979) wurde in der Ausstellung „Totentanz. Egger-Lienz und der Krieg“ (7. März bis 9. Juni 2014) in der Orangierie des Belvedere in Wien gezeigt.