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"Die Schlacht von Wörth", Ölskizzen von Otto von Faber du Faur (1881); Rotunde in der Ausstellung "Krieg und Frieden. Militär in Bayern 1870-1914" im Bayerischen Armeemuseum, Inv.-Nr. C 3090 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Luise Wagener)

Krieg und Frieden – Militär in Bayern 1870-1914

 

Französischer Kürass, der von einem Artilleriesplitter durchschlagen wurde, Frankreich 1863, Inv.-Nr. B 2543 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Cornelia Hammer)
Faltblatt "Krieg und Frieden. Militär in Bayern 1870-1914"Mit der Dauerausstellung „Krieg und Frieden“ präsentiert das Bayerische Armeemuseum die Jahre zwischen 1870 und 1914. Eine Vielzahl von historischen Objekten, Inszenierungen und digitalen Zugängen vermitteln den Eindruck von einer Zeit im Umbruch.
Der Krieg von 1870/71 stand an der Schwelle zwischen einer althergebrachten Kriegführung und den industrialisierten Kriegen des 20. Jahrhunderts. Klassische Reiterattacken fanden noch statt, entschieden aber wurde der Krieg bereits durch moderne Artillerie sowie durch den Einsatz von Eisenbahn und Telegraphen. Stellvertretend für diese so gegensätzlichen Tendenzen stehen in der Ausstellung ein durchschossener Brustpanzer für Reiter und eine Ballonkanone, das erste Luftabwehrgeschütz überhaupt.
Das Ergebnis des Krieges veränderte die politische Landkarte: Das Königreich Bayern ging im deutschen Kaiserreich auf. Seine Armee konnte es behalten, doch wurde sie nun zu einem Teil des Reichsheeres. Die vier Jahrzehnte der Friedenszeit bis 1914 waren von einem rasanten Wandel in Militär und Gesellschaft geprägt. Mochte die Armee mit ihren bunten Uniformen und ihrem repräsentativen Gepränge äußerlich noch wirken wie tief im 19. Jahrhundert, so passte sie sich doch den umwälzenden Veränderungen in der Waffentechnik an.

 

Waffen, Ausrüstungsstücke und Uniformen zeigen die Entwicklung des Kriegswesens, während der soldatische Alltag vor allem in Erinnerungsstücken sichtbar wird. Neben Gemälden und Grafiken tritt nun auch das Medium der Fotografie in den Vordergrund.


Die Figurine zeigt einen bayerischen Infanteristen in dem Zustand, wie er für den Winter 1870/71 typisch war. Zeitgenössische Beschreibungen und Bilder dienten als Vorlage © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Cornelia Hammer)Ausschnitt aus: Frühjahrsparade auf dem Oberwiesenfeld bei München 1896, vorne zu Pferd Prinzregent Luitpold, auf dem Schimmel sein Sohn, der spätere König Ludwig III., Gemälde von Louis Braun 1897, Inv.-Nr. B 4547 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Cornelia Hammer)Die Ausstellung zeigt eine Reihe von lebensgroßen Inszenierungen. Darunter befinden sich das Ensemble einer Feldkanone mit drei Kanonieren beim Ladevorgang und ein berittener Offizier mit Pferdeburschen samt Hund.
Eine eigens dafür erbaute Rotunde lädt dazu ein, ein fast zwölf Meter breites Panorama-Gemälde der Schlacht bei Wörth zu betrachten. Zahlreiche Medienstationen erlauben es, außergewöhnliche Details zu entdecken, dem Schicksal von Objekten nachzuspüren, persönliche Lebensgeschichten kennen zu lernen und weitere Stücke aus den Museumsdepots anzusehen.

Die Ausstellung wurde von Dr. Oliver Stein kuratiert.

 

 

 

 

Katalog

 
Krieg und Frieden. Militär in Bayern 1870-1914 © Kunstverlag Fink / Bayerisches ArmeemuseumZur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der alle präsentierten Objekte zeigt. In seinem Aufsatzteil gibt er zudem Einblick in die politische und vor allem militärische Entwicklung der Epoche. Im Buchhandel und im Shop des Museums ist er zum Preis von 25 € erhältlich.

Krieg und Frieden. Militär in Bayern 1870-1914
(Kataloge des Bayerischen Armeemuseums 26)
Hg. von Oliver Stein und Ansgar Reiß
Lindenberg i. Allgäu 2025, 392 Seiten zahlreiche Abbildungen, fadengehefteter Festeinband
ISBN 978-3-95976-558-9